Naturlyrik – Fotos und Gedichte

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Leonore Enzmann: Die Birne fällt nicht weit vom Apfelbaum

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Birne

Birne

Die Birne fällt nicht weit vom Apfelbaum

© Leonore Enzmann

Mein Nachbar hat ´nen Apfelbaum,
der trägt sehr schöne Früchte.
Doch heute sah ich, wie im Traum,
´ne komische Geschichte.

Da wachsen Birnen an dem Ast,
ich glaub´, ich bin beklopft.
Da habe ich wohl was verpasst?
Er hat sie aufgepfropft!

Ich frag ihn, warum er das macht,
wollt´ meine Neugier stillen.
Ich mach noch mehr, hat er gelacht,
noch Pflaumen und Marillen.

Sein Garten, der wär´ viel zu klein
für so diverse Bäume,
drum soll alles an einem sein,
vom Multibaum er träume.

***
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April 2, 2017 at 07:52

Leonore Enzmann: Xynthia

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Sturmschaden

Sturmschaden

Xynthia

© Leonore Enzmann

In den letzten Wintertagen
hat der Sturm voll zugeschlagen.
Xynthia, so war der Name
dieser tollwütigen Dame.

Flachwurzler, wie Tannen, Fichten,
konnte der Orkan vernichten.
Kreuz und quer auf Wanderwegen
musste er die Stämme legen.

Diese standen hoch und stolz,
nun sind sie nur Feuerholz.
Fluchen: “Mist, wie ist das schlecht”,
dazu hat der Mensch kein Recht.

Ja, der Mensch allein hat Schuld,
denn er fällte mit Geduld
Eichen, Buchen, Erlen, Linden
und erlaubte so den Winden,

dass sie stärker, rauer wehen,
wo die schlanken Fichten stehen.
Tauwetter weicht auf den Boden,
hilft so dem Orkan beim Roden.

Schlanke Stämme fallen stumm
einer nach dem andern um.
Und der Mensch vernichtet stur
noch die Reste der Natur.

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April 2, 2017 at 07:43

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Leonore Enzmann: Wellen(ver)brecher

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Wellen(ver)brecher

© Leonore Enzmann

Was erzähl’n wir unsern Erben,
wenn die Meere leer gefischt,
Plankton und Korallen sterben,
an den Fels schlägt toter Gischt?

Wenn das schwarze Öl an Stränden
Vögeln im Gefieder klebt
und sie qualvoll dran verenden?
Wenn am Pol kein Eisbär lebt?

Traurig steh ich an der Mole,
seh den Bohrturm draußen stehn.
Hoff, dass sich das Meer erhole,
frag mich, wie soll’s weiter gehen?

Wie lang werden die Konzerne
Raubbau treiben noch am Meer?
Und ich schreie in die Ferne,
die Natur setzt sich zur Wehr.

Stürme werden zum Orkane,
ein Tsunami frisst das Land.
Es steht auf des Menschen Fahne:
Nimm Dein Schicksal in die Hand!

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April 2, 2017 at 07:39

Leonore Enzmann: Der Schöpfung Untergang

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Der Schöpfung Untergang

© Leonore Enzmann

Des Mondes Leuchten zieht am Himmel Streifen,
die grauen Wolken glüh’n im Sonnenrot,
und eh’ wir Menschen die Natur begreifen
ist alles hin und auch der Mensch ist tot.

Die Sterne ziehn im Weltraum ihre Bahnen,
die Sonne gibt Planeten Lebenskraft
und ehe wir Zusammenhänge ahnen,
da hat die Zeit uns längst hinweggerafft.

Nicht wir sind jene, die die Zukunft lenken,
kein Mensch bewirkt das Wunder Raum und Zeit,
auch wenn im Größenwahnsinn wir das denken,
so sind wir doch dereinst Vergangenheit.

Auch wenn wir technisieren, Herrgott spielen,
so wird mir vor der eignen Spezies bang,
und tief im Innern kann ich nur noch fühlen,
der Schöpfung Krone ist der Schöpfung Untergang.

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April 1, 2017 at 15:24

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Leonore Enzmann: Verkehrte Welt

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Verkehrte Welt

© Leonore Enzmann

Die Weihnacht ist vorbei auf Erden
und es liegt immer noch kein Schnee,
jetzt soll’s schon wieder wärmer werden,
der Winter ist wohl schon passé?

Wozu hab ich die Ski bekommen,
die Handschuh und die dicken Socken?
Ich schau hinaus nun ganz beklommen,
doch es bleibt wohl auch diesmal trocken.

Ich hab gehört, die Pole schmelzen
und auch die Eisberge verschwinden.
Eisbären sich am Trocknen wälzen,
bald wachsen Eichen dort und Linden.

Es ist eine verkehrte Welt,
denn wärmer wird es hier seit Jahren.
Ich weiß schon, wo der Schnee bald fällt
und werd‘ gleich mal nach Dubai fahren.

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April 1, 2017 at 15:21

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Leonore Enzmann: Smog

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Smog

© Leonore Enzmann

Unsre Welt wird immer wärmer
und die Pole tauen ab.
Menschen werden immer ärmer
und die Luft wird uns zu knapp.

Multis bau’n Atomraketen,
Düsenjets mit Kerosin.
Über unseren Planeten
sieht man gelbe Wolken ziehn.

Störfälle in Reaktoren
und das Wasser wird verseucht.
Unsre Welt ist bald verloren,
alles, was da kräucht und fleucht.

Autos und Chemiefabriken
blasen Abgas in die Luft.
Ganz egal, wohin wir blicken,
alles qualmt, stinkt, raucht und pufft.

Unsern alten Erdplaneten
hat der Smog ganz eingehüllt.
Handeln hilft da, und nicht beten.
Haben uns sonst selbst gekillt.

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April 1, 2017 at 15:17

Leonore Enzmann: Teurer Wald

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Wald

Wald

Teurer Wald

© Leonore Enzmann

Du alter Wald, du grüner Tann,
mit Macht ziehst du mich in den Bann.
Unter den dicht belaubten Kronen
möcht’ meine frohe Seele wohnen.

Du grüner Tann, du schöner Wald
bist viele hundert Jahre alt.
Die dicken Eichen, hohen Fichten
konnte bis heut kein Sturm vernichten.

Doch was erschau’ ich, welch ein Graus,
mein lieber Wald, wie siehst du aus?
Wo Stämme einst mit festen Rinden
sind nur die Stümpfe noch zu finden.

Die schmalen Pfade sind verschwunden,
breit aufgefahren und zerschunden,
dass ich nur schwer die Schritte lenke
und wehmutsvoll deiner gedenke.

Du armer Wald, wo ist dein Tann?
Gebrochen ist der heil’ge Bann.
Die Seele liegt in tausend Scherben.
Ich sehe meinen Wald hier sterben.

Halt ein, o Mensch, mach nicht mehr mit.
Denk’ nicht nur immer an Profit.
Denk’ an der Tiere Lebensraum,
für sie ist wichtig jeder Baum.

Denk‘ an die Zukunft unsrer Kinder,
für sie ist Wald wichtig nicht minder.
Die Luft zum Atmen wird sonst knapp,
sägt ihr die letzten Stämme ab.

Die Erde wird zu einer Wüste,
von einer bis zur andren Küste.
Woll’n wir nicht nur noch Sand verwalten,
lasst unsren teuren Wald erhalten!

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April 1, 2017 at 15:14

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Leonore Enzmann: Nichts ist für die Ewigkeit

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Nichts ist für die Ewigkeit

© Leonore Enzmann

Mutter Natur hat die Pflanzen geboren,
die Tiere, die Menschen, das Wasser, die Luft.
Und doch glaubt der Mensch, er sei auserkoren
und schaufelt damit seine eigene Gruft.

Der Mensch ist ein winziges Stück von der Wahrheit,
er ist nur ein Staubkorn im Strome der Zeit.
O Mensch, darum sieh mit den Augen der Klarheit,
du wirst nicht erleben die Unendlichkeit.

Milliarden von Jahren kämpfen die Gewalten,
Eiszeiten und Warmzeiten wechselten ständig.
Und nichts auf der Welt bleibt ewig erhalten.
Morgen ist vergessen, was heut noch lebendig.

Das Menschengeschlecht glaubt, dass von allen Dingen
nur es ganz perfekt und das Größte sei.
Doch eines kann es niemals bezwingen –
die Zeit – sie geht auch für dieses vorbei.

Darum versuch dich, in das Ganze zu fügen,
dein Schicksal ist dir schon lang einprogrammiert
Nicht Forschung und Wissenschaft kann es verbiegen.
Die Unendlichkeit wird von dir nicht berührt.

Nur eins kannst du tun – dein Leben verkürzen,
in dem du versuchst, die Welt zu besitzen,
mit Dingen des Unsinns das Leben zu würzen.
Es wird auf die Dauer dir alles nichts nützen.

Die Macht der Natur wirst du doch nie erreichen.
Nur sie hat das Eine – die Unendlichkeit.
Der Mensch und das Tier, alles wird einstmals weichen.
Nur eines wird bleiben, die Natur und die Zeit.

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April 1, 2017 at 15:08

Leonore Enzmann: Die Natur schlägt zurück

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Sulzbach im Zwangskorsett

Sulzbach im Zwangskorsett

Die Natur schlägt zurück

© Leonore Enzmann

Ich will ja nicht unken,
doch wir hatten stets Glück.
Es muss doch mal funken.
Die Natur schlägt zurück.

Die Krone der Schöpfung –
der Mensch denkt’s erpicht.
Macht Euch keine Hoffnung,
die Natur glaubt das nicht.

Kein Tier würde quälen
die Natur so brutal.
Der Mensch kann es wählen,
er ist doch „genial“.

Er ändert sein Umfeld,
tagaus und tagein
zum Nutzen der Umwelt,
bildet er sich ein.

Er gräbt tiefe Stollen
ins Erdreich hinein.
Heut Nacht hört ich’s grollen.
Ein Schacht stürzte ein.

Er rodet die Bäume,
die uralten Riesen.
Verwüstete Räume
erzählen von diesen.

Der Fluß wird gerade.
In langen Kanälen,
viel zu engem Gestade
muß er sich jetzt quälen.

Doch dann irgendwann
wird die Flut plötzlich schärfer.
Vernichtet den Tann,
ganze Städte und Dörfer.

Dann kommen Orkane
mit grausiger Stärke,
und gehn mit dem Wahne
des Feuers zu Werke.

Bald öde und leer
wird es auf der Welt sein.
Doch der Mensch braucht mehr
für den trüg’rischen Schein.

Flugzeuge, Raketen
mit viel Kerosin.
Da hilft auch kein beten,
bald ist alles hin.

Schon schmelzen die Pole,
die Wärme steigt an.
Holt Erze und Kohle
und Erdöl heran.

Brennt Urwald schnell nieder,
wir brauchen die Flächen.
Noch singt der Mensch Lieder.
Die Natur wird sich rächen.

Oh Mensch , warum hängst du
so an Hab und Gut.
Und warum denkst du
nicht an die Sintflut.

Oh Menschlein, du bringst dich
doch selber noch um.
Denn die Natur rächt sich.
Sei doch nicht so dumm.

Hör doch auf die Zeichen.
Sei sparsam im Glück.
Sonst wirst du einst weichen.
Die Natur schlägt zurück.

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April 1, 2017 at 15:02

Leonore Enzmann: Darum, oh Mensch, erwach auch du!

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Frühling im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken

Frühling im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken

Darum, oh Mensch, erwach auch du!

© Leonore Enzmann

Wir freuen uns an der Natur
im schönen Monat Mai.
Wir schreiten froh durch Wald und Flur,
das Herz wird uns so frei.

Der grimme Winter ist gebannt,
der Frühling endlich kam.
In seinem prächtigsten Gewand
er bei uns Einzug nahm.

Es zwitschert hell der Vögel Chor.
Wie leuchtet doch das Grün.
Und alles Sein drängt sich empor.
Die Welt ist im erblüh’n.

Darum, oh Mensch, erwach auch du,
beschreite diese Spur.
Doch zög’re nicht, folge im Nu
dem Beispiel der Natur.

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April 1, 2017 at 14:58

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Leonore Enzmann: Eisnebel

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Nebel an der Uni Saarbrücken

Nebel an der Uni Saarbrücken

Eisnebel

© Leonore Enzmann

Bleierne Stille liegt auf dem Land,
Raureif auf Wiesen und Pfaden.
Wabernd verdeckt, seh ich kaum meine Hand,
von grauweißen nebligen Schwaden.

Alles ist farblos, was einst grün und bunt,
eiserstarrt Sträucher und Bäume,
Wölkchen entfliehen dem atmenden Mund,
todgleichem Schlaf ohne Träume.

Lehne mich stärker gegen den Sturm,
Kälte ins Angesicht schneidet.
Erfroren der Vogel, erfroren der Wurm,
jedwedes Leben stumm leidet.

Selbst dieser Nordwind ist nun verstummt,
kein einz’ger Laut ist zu hören.
Zitternder Körper, dick eingemummt,
versucht, sich dem Tode zu wehren.

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April 1, 2017 at 14:51

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Arnd Helsson: Kratzende Kletten

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Wilde Karde

Wilde Karde

Kratzende Kletten

© Arnd Helsson

Ein Liebespärchen in Bretten
verschmähte die Liebe in Betten.
Sie liebten sich nur
in freier Natur.
Im Gebüsch und im Gras
macht die Liebe mehr Spaß.
Doch manchmal kratzen die Kletten.

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März 13, 2017 at 16:34

Martina Decker: Regenperlen

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Regentropfen

Regentropfen

Regenperlen

© Martina Decker

Wenn Regentropfen
vom Himmel fallen
könnten es Engelstränen sein
die dann nach dem Regen
auf Blättern und Blüten
wie glitzernde Perlen liegen
und uns erinnern
dass auch im Himmel
die Traurigkeit einen Platz hat

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März 12, 2017 at 10:23

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Leonore Enzmann: Meine Idylle

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Nebel auf der Bergehalde Lydia

Nebel auf der Bergehalde Lydia

Meine Idylle

© Leonore Enzmann

Silbergraue Nebelschwaden
ziehen durch den Tann.
Filigrane Spinnwebfaden
wehen leis’ heran.

Dunkel heben sich die Kronen
vor dem grauen Firmament.
In den hohen Wipfeln thronen
schwarze Wesen, wild und fremd.

Zwischen Tannen, Buchen, Eichen
murmelt leis des Baches Lauf.
Und ich schreite über weichen
Moosteppich den Berg hinauf.

Nun vergeh’n die Nebelschleier,
seh’ vom Berg hinab ins Land.
Hier wird mir der Atem freier,
weil ich endlich Ruhe fand.

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März 5, 2017 at 12:43

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Leonore Enzmann: Englischer Rasen

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Sommerwiese

Sommerwiese

Englischer Rasen
oder
Man kann’s auch übertreiben

© Leonore Enzmann

Der Gärtner zeigt sein wahres Wesen,
der seinen Rasen stets frisiert.
Wo Gänseblümchen grad gewesen,
hat er schnell alles abrasiert.

Kaum scheint die Sonne lau hernieder,
holt er den Rasenmäher raus.
Er stutzt den Rasen immer wieder,
macht Kraut und Blumen den Garaus.

Fünf Millimeter, die Devise,
so ist der Teppich ideal,
gleichmäßig grün, englisch die Wiese,
der Gärtner findet sich genial.

Wozu ist so ein Rasen nütze?
Dem Gärtner würde ich nicht trau’n.
Denn dieses Gras, bei Sonnenhitze
verbrennt alsbald, wird gelb und braun.

Naturfreund, lass den Rasen sprießen,
erfreu Dich an den Blümelein.
Vergiss nicht, ab und an zu gießen.
Gesund wird dann Dein Garten sein!

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März 5, 2017 at 12:25

Leonore Enzmann: Eine Kunst, die niemand kann

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Waldweg mit Regenpfützen

Waldweg mit Regenpfützen

Eine Kunst, die niemand kann

© Leonore Enzmann

Scheint im Sommer heiß die Sonne
und es fällt kein Niederschlag,
ist’s für manche eine Wonne,
sonnen sich den ganzen Tag.

Doch die andern hört man klagen,
jetzt verbrennen Korn und Kohl,
denn es regnet nicht seit Tagen
und wir fühlen uns nicht wohl.

Regnet es dann zwei/drei Wochen,
ist’s den Menschen auch nicht recht;
haben sich zu Haus verkrochen,
schimpfen: Ist das Wetter schlecht!

Wunderschön, im Winter schneit es,
die Natur trägt weißes Kleid.
Schneemann bau’n, die Kinder freut es,
herrlich ist die Jahreszeit.

Autofahrer sieht man stehen,
dort hat’s wieder mal gekracht.
Schaufeln sich aus hohen Wehen,
fluchen auf die weiße Pracht.

Liebe Leute, lasst Euch sagen,
allen Menschen recht getan,
ist, da braucht Ihr gar nicht klagen,
eine Kunst, die niemand kann.

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Inge Wrobel und Ronald Henss: Herbstlaub. Gedichte und Fotos

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März 5, 2017 at 11:50

Inge Wrobel: Der Baum

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Himmelsspiegel auf der Bergehalde Lydia

Himmelsspiegel auf der Bergehalde Lydia

Der Baum

© Inge Wrobel

Wurzeln habe ich geschlagen
dort, wo man mich angepflanzt.
Schien es mir schwer zu ertragen,
bin ich aus der Reih getanzt.

Hab nur kurze Wurzeltriebe,
Heimaterde kenn ich nicht.
Wenn ich mal gern länger bliebe,
lacht der Sturm mir ins Gesicht:

reißt die kurzen Wurzeln, senkt sie
dort, wo es grad ihm gefällt.
Und mein Wunsch, zu bleiben, lenkt die
Kraft in diese neue Welt.

Ja, der Stamm: ergraut in Jahren,
trocken, brüchig, oft verletzt;
viel ist ihm schon widerfahren –
möcht zur Ruhe kommen jetzt.

Doch da sind ja noch die Äste,
tröstend mischen sie sich ein:
„Wir sind hier doch nicht nur Gäste,
werden immer bei dir sein.

Sind Familie, Freunde, Liebe,
weit verzweigt und immer neu;
bilden jährlich neue Triebe –
du bist jedes Mal dabei!“

Schon getröstet denkt der Baum doch,
dass noch irgendetwas fehlt.
Etwas Schönes für den Geist noch,
dass er merkt, dass er beseelt.

Da tönt oben aus den Zweigen
Vogelzwitschern und Gesang
und ihm scheint, sie wolln sich neigen
dass er höre diesen Klang.

Ach, lässt das den Baum nun denken,
bin zwar heimatlos hienieden,
doch ich find bei solch Geschenken
auch mit kurzen Wurzeln Frieden.

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Inge Wrobel und Ronald Henss: Herbstlaub. Gedichte und Fotos

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März 5, 2017 at 11:38

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Inge Wrobel: Nach dem Regen

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Regen Regentropgen Regenperlen

Regenperlen

Nach dem Regen

© Inge Wrobel

wenn dich der kummer wieder übermannt
du zweifelst an des schicksals irren wegen
dann denk dran
was die amsel schon erkannt:
am allerschönsten singt sie
nach dem regen

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Inge Wrobel und Ronald Henss: Herbstlaub. Gedichte und Fotos

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März 4, 2017 at 12:30

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Inge Wrobel: Regenschauer

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Selbstportrait in Regentropfen

Selbstportrait in Regentropfen

Regenschauer

© Inge Wrobel

es ist so lang her
dass ich regen roch
den dampf sah
der aus wiesen steigt und
wie ein baum sich sanft verneigt
im regenwind
sich schaukeln lässt
und doch wie ein verdurstender bedacht darauf
zu trinken von dem frischen nass
zu speichern es in blättern
dass kein tropfen sich verliert in seinem lauf

noch platzen blasen auf dem großen Blatt
das sich nicht vollends vollgesogen hat

ich weiß
dass es für heut genug sein muss
denn schon hör ich von oben amselsang
der kündet von der wasserspende schluss

zum nächsten sonnenstrahl ist’s nicht mehr lang

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Inge Wrobel und Ronald Henss: Herbstlaub. Gedichte und Fotos

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März 4, 2017 at 12:25

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Ronald Henss: Das Eidechsen-Foto

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Eidechse auf der Bergehalde Lydia

Eidechse auf der Bergehalde Lydia

Gedicht – Eidechse – Foto – Eidechsen-Foto – Eidechsen-Gedicht – Fotograf – Fotoapparat – Fotografen-Gedicht – Mauereidechse – lustiges Foto-Gedicht – Fotografier-Gedicht

Das Eidechsen-Foto

© Ronald Henss

Ein Mensch, der in die Gegend schaut,
bemerket – was ihn sehr erbaut –:
eine Eidechse nimmt grad
auf heißem Stein ein Sonnenbad.
Da lacht der Mensch, der stets parat
hat seinen Fotoapparat.
Er schleicht sich an mit viel Geschick
und blitzeschnelle macht es KLICK!
Doch auf dem Bild – was gar nicht schön –
ist nur der nackte Stein zu sehn.

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Das Foto entstand am 9. März 2010 auf der Bergehalde Lydia
***

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Alfons Pillach, Ronald Henss
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Leonore Enzmann: Jahreskreis

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Hummel-Vierer

Hummel-Vierer




Jahreskreis
© Leonore Enzmann

Ich seh gern zu, wenn sich die Hummeln
zwischen bunten Blumen tummeln,
zusammen mit den Schmetterlingen,
und die Vögel fröhlich singen.

Wenn wir in der Sonne liegen,
Bienen zu den Blüten fliegen,
wenn wir Harz und Rosen riechen,
Eidechsen vorüber kriechen.

Höre auch gern Kinder lachen,
in den Himmel steigen Drachen
und Dein Kuss auf meiner Haut
ist mir lieb und so vertraut,

wie der Sommer, der sich neiget,
still bald die Natur nun schweiget.
Abschied nimmt von allen Dingen,
Vögel sich nun südwärts schwingen.

Einsam bin ich, wie benommen,
denn der Winter ist gekommen.
Wenn die lauen Winde wehen,
werden wir uns wieder sehen.

***

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März 27, 2010 at 17:27

Pusteblume Martina Decker

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Pusteblume

Pusteblume


Gedicht – Lyrik – Poesie – Pusteblume – Löwenzahn – Pusteblumengedicht – Pusteblumen-Gedicht – Löwenzahngedicht – Naturlyrik

Pusteblume
© Martina Decker

Ein weißer Schopf
Sehr ausgedünnt
Als Zeichen uns:
die Zeit verrinnt!

Stand kürzlich noch
in strahlend Gelb
auf vielen Wiesen
dieser Welt

Nun bläst der Wind
den Samen fort
verstreut ihn weit
zu andrem Ort

Und dort, wohin er fällt
erfreut er nächstes Jahr
uns wieder – strahlend gelb!

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→ Hier gibt es einen Extra-Blog mit Pusteblumen-Fotos und Pusteblumen-Gedichten
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Gedicht Friedrich Hebbel Sommerbild

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Grünader-Weißling Pieris napi

Naturlyrik – Gedicht – Friedrich Hebbel – Sommerbild – Sommergedicht – Schmetterling – Grünader-Weißling Pieris napi


Sommerbild
Friedrich Hebbel (1813-1863)

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.



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Noch mehr Sommergedichte



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Das Foto zeigt einen Grünader-Weißling (Pieris napi), auch Raps-Weißling genannt. Die Aufnahme entstand am 24. August 2009 in Dudweiler auf der Brachfläche Im Rosenfeld.

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